Erleuchtung - Blog

Wie du inneren Frieden findest und
dein Bewusstsein erweiterst

Selbstoptimierung oder Selbstakzeptanz? Was führt wirklich zum Erwachen?

Wir leben in einer Zeit, in der Selbstoptimierung fast selbstverständlich geworden ist. Wir wollen gesünder, erfolgreicher, produktiver, ausgeglichener und bewusster werden. Wir lernen neue Fähigkeiten, arbeiten an unseren Gewohnheiten und versuchen, die beste Version von uns selbst zu werden. Doch was bedeutet das auf dem spirituellen Weg? Muss ich erst ein besserer Mensch werden, bevor Erwachen oder Erleuchtung geschehen kann?


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Die Antwort ist nein. Selbstoptimierung kann sinnvoll sein und Freude machen, aber sie ist nicht der Weg zum Erwachen. Spirituelles Erwachen hat mit etwas anderem zu tun: mit dem Erkennen dessen, was bereits da ist. Und genau deshalb spielt Selbstakzeptanz auf diesem Weg eine so wichtige Rolle.

Selbstoptimierung macht nicht automatisch frei

Natürlich ist es nicht falsch, sich weiterzuentwickeln. Du kannst eine neue Sprache lernen, deine Kommunikation verbessern, deine Wohnung besser organisieren oder Gewohnheiten verändern, die dir im Alltag nicht guttun. All das gehört zur Persönlichkeitsentwicklung und kann das Leben bereichern.

Aber Erwachen ist nicht das Ergebnis einer immer besseren Persönlichkeit.

Du kannst dich optimieren, so viel du möchtest. Du kannst disziplinierter werden, bewusster essen, erfolgreicher kommunizieren und an allen möglichen Bereichen deines Lebens arbeiten. Doch aus Selbstoptimierung entsteht nicht automatisch Erleuchtung.

Denn Selbstoptimierung beschäftigt sich in erster Linie mit der Person. Sie fragt: Wie kann ich besser werden? Wie kann ich erfolgreicher leben? Wie kann ich meine Schwächen überwinden? Wie kann mein Leben angenehmer werden?

Daran ist nichts falsch. Aber auf dem spirituellen Weg geht es um eine andere Frage. Es geht nicht darum, das Ich zu einer möglichst perfekten Version seiner selbst zu machen. Es geht darum, den Grund zu erkennen, der bereits da ist, bevor all die Wünsche, Vorstellungen und Optimierungsversuche darübergelegt werden.

Vielleicht ist es eher ein Zurückkehren als ein Hinzufügen.

Erwachen beginnt nicht mit Perfektion

Erwachen und Erleuchtung können nicht verdient werden. Es gibt keinen Punkt, an dem du endlich perfekt genug bist, um zu erwachen. Kein Mensch muss erst alle seine Fehler beseitigt, jede Wunde geheilt und jeden inneren Konflikt gelöst haben.

Das wäre ohnehin ein endloses Projekt.

Du musst nicht makellos sein, damit das, was du wirklich bist, sichtbar werden kann.

Unter all den Gedanken über dich selbst, unter deinen Wünschen, Ängsten, Erinnerungen und Vorstellungen liegt ein natürlicher Grundzustand. Ein Zustand von Sein, von Einfachheit, von innerer Zufriedenheit. Nicht unbedingt als dauerhaftes angenehmes Gefühl, sondern als eine tiefere Basis, die nicht ständig neu hergestellt werden muss.

Dieser Grundzustand ist nicht weit entfernt. Er muss nicht erschaffen werden. Aber er kann überlagert sein.

Wir können uns mit so vielen Vorstellungen beschäftigen, mit dem, was wir noch erreichen müssen, mit dem, was an uns nicht stimmt, und mit dem Bild eines Menschen, der wir gerne wären, dass wir darüber das Einfache übersehen.

Erwachen bedeutet dann nicht, einen neuen Menschen aus sich zu machen. Es bedeutet zunächst einmal zu erkennen: Was ist eigentlich schon da?

Und wenn diese Basis wieder erkannt wird, kann sich das Leben trotzdem weiter entfalten. Du kannst weiterhin lernen, gestalten, arbeiten, neue Fähigkeiten entwickeln und Veränderungen vornehmen. Aber es geschieht auf einer anderen Grundlage. Du optimierst dich nicht mehr, um endlich in Ordnung zu sein.

Selbsterforschung ist keine Selbstverbesserung

Hier entsteht häufig ein Missverständnis. Auf dem spirituellen Weg geht es durchaus auch darum, sich selbst zu erforschen. Eigene Muster, Prägungen, Glaubenssätze und unverarbeitete Erfahrungen können sichtbar werden. Auch Gefühle und Reaktionen, die lange im Hintergrund gewirkt haben, können plötzlich ins Bewusstsein kommen.

Aber auch das ist nicht Selbstoptimierung im Sinne von: Ich muss alles an mir beseitigen, damit ich endlich erleuchtet werde.

Selbsterforschung bedeutet zunächst, wahrzunehmen, was tatsächlich da ist.

Vielleicht bemerkst du, dass du in bestimmten Situationen immer wieder Angst bekommst. Vielleicht erkennst du einen alten Glaubenssatz. Vielleicht taucht Wut auf oder eine tiefe Traurigkeit. Vielleicht zeigt sich ein Muster, das dich immer wieder aus der inneren Ruhe herauszieht.

Dann geht es nicht darum, dich dafür zu verurteilen.

Du wirst nicht besser, weil du deine inneren Muster bekämpfst. Bewusstheit entsteht dadurch, dass du sie überhaupt erst einmal siehst.

Wenn Erwachen geschieht, kann sich vieles, was bisher unbewusst war, deutlicher zeigen. Das ist kein Zeichen dafür, dass etwas schiefgelaufen ist. Es kann ganz natürlich sein, dass das Bewusstsein genau an den Stellen aufmerksam wird, an denen noch etwas ungeklärt oder nicht durchlässig ist.

Dann dürfen diese Bereiche gesehen werden.

Nicht mit dem Gedanken: Das muss sofort weg.

Sondern eher: Ah, das ist jetzt da.

Selbstakzeptanz heißt nicht, alles gut zu finden

Auch der Begriff Selbstakzeptanz wird oft missverstanden. Akzeptanz bedeutet nicht, dass du alles gutheißen musst. Es bedeutet auch nicht, dass du dich mit allem abfinden sollst.

Wenn jemand dich unfair behandelt, musst du nicht sagen: Das ist wunderbar, ich akzeptiere es.

Du kannst klar erkennen: Das ist geschehen. Ich empfinde Wut. Und vielleicht ist diese Wut in diesem Moment eine völlig natürliche Reaktion.

Das ist etwas anderes, als die Wut zusätzlich abzulehnen.

Oft entsteht nämlich nicht nur ein Gefühl, sondern sofort noch ein zweites Problem. Wir sind wütend und ärgern uns darüber, dass wir wütend sind. Wir haben Angst und verurteilen uns dafür, dass wir Angst haben. Wir sind traurig und glauben, wir müssten längst weiter sein.

So entsteht ein innerer Kampf gegen das, was bereits da ist.

Selbstakzeptanz bedeutet zunächst: Ich sehe, was jetzt da ist, ohne mich sofort davon wegzudrängen.

Du musst deine Wut nicht schön finden. Du musst deine Angst nicht mögen. Aber du kannst wahrnehmen, dass sie da ist.

Dieses einfache Wahrnehmen kann bereits etwas verändern. Denn solange du gegen deine eigene Erfahrung kämpfst, bist du ständig damit beschäftigt, dich selbst zu verlassen.

Fazit: Du musst nicht erst jemand werden

Selbstoptimierung kann im Leben sinnvoll und hilfreich sein. Aber sie führt nicht automatisch zum spirituellen Erwachen. Du musst dich nicht perfektionieren, um das zu erkennen, was du bist.

Der spirituelle Weg ist kein Projekt, bei dem du irgendwann als fehlerfreie Version deiner selbst ankommst. Er führt vielmehr zurück zu einer tieferen Grundlage von Sein, Selbstakzeptanz und Bewusstheit.

Vielleicht beginnt der entscheidende Schritt nicht damit, dich zu verbessern, sondern damit, dich in diesem Moment wirklich wahrzunehmen.

Und von dieser Basis aus kann sich dein Leben weiterhin verändern, wachsen und entfalten – ganz individuell und auf deine eigene Weise.


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