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Dauerhaft erwacht oder spirituelles Ego?

Eine Erwachenserfahrung bedeutet nicht automatisch, dass alle unbewussten Anteile vollständig integriert sind. Gerade dort, wo noch Anhaftung, Wertlosigkeit oder Identifikation bestehen, kann sich das Ego die spirituelle Erfahrung aneignen und daraus ein spirituelles Ego formen. Dieser Artikel zeigt, woran du den Unterschied zwischen dauerhaftem Erwachen und spirituellem Ego erkennst.

Symbol für spirituelles Ego, Erwachen und die Integration unbewusster Anteile


Warum Erwachen Integration braucht

R: Wenn wir uns unserer wahren Natur bewusst werden, ist dann das Ego automatisch zum spirituellen Ego geworden?

L: Nein.

R: Wo findet da die Verwechslung statt? Wie kann das Ego zum spirituellen Ego werden?

L: Die Erfahrung zeigt, dass das Erkennen der wahren Natur eine Integrationszeit braucht, einen Prozess, indem letztendlich jede Zelle deines Selbst erleuchtet wird. Gehst du diesen Prozess nicht weiter und nicht zu Ende, dann bleiben Restteile in dir bestehen, die die Tendenz haben, sich diese tolle Erfahrung zu greifen und sich als einen persönlichen Verdienst anzuheften. Und das ist dann das spirituelle Ego. Kleine oder größere unbewusste Anteile, die noch nicht integriert sind, greifen sich ganz unmerklich diese Erfahrung, blähen sie auf und lassen dich sagen: Ich bin erwacht. Sind aber gar nicht in der Erfahrung der Unbegrenztheit dessen, was sie wirklich sind, sondern sagen das aus diesem begrenzten Anteil heraus, aus einem Verstandeswissen heraus, weil sie etwas davon haben, an Wert, weil vielleicht ein Anteil von Wertlosigkeitsempfinden noch nicht ganz erleuchtet ist, noch nicht ganz von der Wahrheit durchdrungen ist. Und diese Teile machen sich Erwachenserfahrungen gerne zu eigen. Das geschieht oftmals sehr unmerklich.

Wie Anhaftung das spirituelle Ego nährt

R: Das heißt, das Ego ist geschickt und denkt: Ah, ich habe jetzt die Unendlichkeit erfahren, und bin jetzt nicht mehr nur ein kleines, begrenztes Ego, sondern jetzt bin ich ein unendliches Ego. Ich bin jetzt mit der Unendlichkeit gesegnet worden. Besser wäre es, in der Erfahrung der Unendlichkeit zu stehen und das Ego, was dann erfahren und gesehen wird, zu leben, aber es nicht mehr allzu ernst zunehmen. Nicht mehr angehaftet zu sein.

L: Ja, nicht mehr angehaftet zu sein.

R: Man kann Ich sagen. Man kann sich auch bestimmte Attribute zuschreiben, aber man ist nicht mehr angehaftet. Kannst du etwas dazu sagen, zu diesem Angehaftet-Sein?

L: Die Anhaftung ist das, was bei einem tiefgreifenden Erwachen grundlegend verschwindet, aber erst voll und ganz vollendet ist, wenn wir den Integrationsprozess durchlaufen haben. Wenn wir das Selbst vom Nicht-Selbst getrennt haben, wenn sämtliche Anteile und Zellen in uns tatsächlich erleuchtet sind, dann ist keine Anhaftung mehr da, keine Identifikation mit einem Anteil, der als Unwissenheit im Unterbewussten noch schlummert. Ein Identifiziert-Sein mit den Dingen, den Objekten hört auf, und wenn das so ist, dann bleibst du erfahrungsgemäß in der Erfahrung deiner wahren Natur. Und kannst dennoch Prägungen sehen, aber sie werden sofort durchschaut. Sie werden gesehen, sie werden wahrgenommen. Der wahren Natur, die du bist, bleibt nichts verborgen. Es wird alles durchschaut und es besteht kein Zwang mehr, danach zu handeln, weil es ja durchschaut wird. Und so geschieht es letztendlich, dass auch die Prägungen und Konditionierungen sich mit der Zeit auflösen oder legen. Man ist nicht mehr in dieser Klammer, in diesem Zwang drin, nach diesen Prägungen und Konditionierungen zu handeln.

Wenn der alte Glaube an das Ego verschwindet

R: Je mehr man sein wahres Wesen, seine wahre Natur lebt und erfährt, je mehr man darin fest gegründet steht, desto weniger schenkt man dem Ego Glauben. Vor dem Erwachen ist das Ego ja nicht nur ein Glaube, sondern ein vermeintliches Wissen.

L: Es gibt ja nichts anderes als das, vor dem Erwachen. Vielleicht hat der eine oder andere eine Ahnung, dass es da irgendwas Größeres gibt. Aber von der individuellen Realitätserfahrung her, gibt es ja nur das, das Begrenzte.

R: Das ist ein richtiges Wissen, es gibt nichts anderes. Nach dem Erwachen ist dieses vermeintliche Wissen beendet, denn es taucht das Wissen auf, dass es etwas anderes gibt.

L: Dass es etwas anderes gibt, was ich selber bin, sogar.

R: Sodass die ganze Situation mit dem Ego im Grunde nur noch ein Glaube ist, ein alter Glaube, der in mir verschwindet.

L: Genau, ein alter Glaube, der in dir verschwindet. Wie bei einer Gewohnheit, die erstmals durchschaut wird und nicht mehr ernst genommen werden kann.

Fazit

Spirituelles Ego kann dort entstehen, wo eine Erwachenserfahrung noch nicht vollständig integriert ist. Unbewusste Anteile können sich die Erfahrung aneignen und daraus ein neues Selbstbild machen. Dauerhaftes Erwachen zeigt sich dagegen daran, dass Anhaftung und Identifikation schwinden und der alte Glaube an das Ego immer weniger ernst genommen wird.

Videobeitrag zum Thema

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Videobeitrag über spirituelles Ego, dauerhaftes Erwachen und Integration


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* Die Transzendentale Aufmerksamkeits-Technik (TAT) wurde von Ludmilla & Roland entwickelt. Alle Inhalte und Materialien sind urheberrechtlich geschützt © Der kleine Buddha Publishing.